Frequenzen auswählen
Drahtlose Mikrofone unterscheiden sich grundlegend von anderen Audiokomponenten, da es sich bei Empfängern und Sendern um Funkgeräte handelt, die auf bestimmten Frequenzen operieren. Wenn die Betriebsfrequenzen nicht sorgfältig ausgesucht werden, ist die Wahrscheinlichkeit von störenden Interferenzen groß. Interferenzen können den Betrieb von Drahtlossystemen erheblich beeinträchtigen und diese sogar unbrauchbar machen. Es gibt ein paar Regeln, mit deren Hilfe Interferenzen vermieden werden können. Dies sind die wichtigsten:
- Jeder Sender benötigt einen getrennten Empfänger, der auf derselben Frequenz operiert.
- Zwei am selben Ort eingesetzten Drahtlossysteme dürfen nicht dieselbe Frequenz verwenden.
- Funkfrequenzen dürfen nicht zu nah beieinander liegen, da sonst störende Interferenzen entstehen. Im Allgemeinen wird ein Mindestfrequenzabstand von 1 MHz empfohlen.
- Drahtlossysteme dürfen sich keine Frequenzen mit Fernsehsendern teilen, d. h. sie dürfen nicht auf Frequenzen operieren, die auch von lokalen Fernsehsendern genutzt werden.
- Selbst wenn die verwendeten Frequenzen weder identisch sind, noch zu dicht beieinander liegen oder von Fernsehanstalten genutzt werden, können sie trotzdem miteinander in Konflikt geraten und so die so genannte Eigeninterferenz erzeugen.
- Es gibt eine maximale Anzahl von Drahtlossystemen, die an einem Ort betrieben werden können. Sie hängt vom Modell oder Typ der verwendeten drahtlosen Geräte sowie von der lokalen HF-Umgebung (vorhandene Fernseh- und Rundfunksender etc.) ab.
- Wenn ein Drahtlossystem störungsfrei an einem Ort oder in einer bestimmten Situation arbeitet, bedeutet dies nicht, dass dies unter anderen Umständen auch so sein muss.
Wenn Sie ein Drahtlossystem kaufen oder mieten, muss jemand die Betriebsfrequenz (bei Systemen mit fester Betriebsfrequenz) oder einen Betriebsfrequenzbereich (bei frequenzagilen Systemen) auswählen. Dies könnten Sie, der Händler, der Mietservice oder der Gerätehersteller sein. Wird diese Wahl zufällig getroffen, besteht ein erhöhtes Interferenzrisiko, besonders bei Systemen mit fester Frequenz. Wenn Sie also einfach ein System kaufen oder mieten, das gerade auf Lager ist, gehen Sie ein unnötiges Risiko ein. Sie und der Händler sollten sich aktiv darum bemühen, Frequenzkonflikte zu vermeiden.
Am einfachsten ist es, Geräte von einem Händler zu beziehen, der mit der Frequenzauswahl vertraut und dafür ausgestattet ist. Je nach Situation gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu gewährleisten. Fragen Sie stets nach diesem Service, setzen Sie ihn nicht als gegeben voraus. Um diese Aufgabe ordnungsgemäß benötigt der Händler zwei Angaben von Ihnen:
- An welchem Ort bzw. in welchem Gebiet soll das Drahtlossystem eingesetzt? Alternativ können auch die Kanalnummern der lokalen Fernsehsender angegeben werden. Auf diese Weise kann der Händler Konflikte mit TV-Frequenzen vermeiden.
- Frequenz, Modell und Typ aller anderen Drahtlossysteme, die am selben Aufstellort eingesetzt werden. Hierdurch können Konflikte durch dieselben Frequenzen, zu nahe beieinander liegende Frequenzen oder interagierende Frequenzen vermieden werden. Der Händler kann auf diese Weise auch feststellen, ob die maximal mögliche Anzahl von Drahtlossystemen überschritten wird.
Wenn der Händler nicht in der Lage ist, diesen Service zur Verfügung zu stellen, müssen Sie oder der Hersteller des Drahtlossystems die geeigneten Frequenzen auswählen.