Diversity oder Non-Diversity?
Diversity-Drahtlossysteme haben immer Vorteile gegenüber vergleichbaren Non-Diversity-Systemen. Abgesehen von den systembedingten Vorteilen des Diversity-Empfangs gilt es eine Reihe anderer technischer Aspekte zu bedenken, die mit Bauart und Konstruktion der Komponenten zusammenhängen. Aus diesem Grund ist es gut möglich, bessere Resultate mit einem hochwertigen Non-Diversity-System zu erzielen als mit einem billigen, schlecht konstruierten Diversity-System. Dies gilt besonders für Gebiete, in denen Interferenzen ein ernsthaftes Problem darstellen.
Diversity-Systeme haben den großen Vorteil, dass sie das größte Problem von drahtlosen Mikrofonsystemen effektiv umgehen: Signal-Dropouts auf Grund von Mehrwegausbreitung. Unter Mehrwegausbreitung verstehen wir den Fall, bei dem HF-Signale über verschiedene Übertragungswege am selben Ort eintreffen (normalerweise handelt es sich hierbei um direkt abgestrahlte und reflektierte Signale). Dies kann dazu führen, dass das Signal am Audioausgang von Funkempfängern verrauscht wird oder kurzzeitig ganz ausfällt. Die Mehrwegausbreitung tritt verstärkt in abgeschlossenen Bereichen mit vielen Metallgegenständen auf, kann aber manchmal auch in anderen Situationen zum Problem werden.
Mit Diversity-Empfängern können Dropouts auf Grund von Mehrwegausbreitung vermieden werden, da sie über zwei Antennen und zwei Empfangskanäle verfügen. Spezielle Schaltkreise im Empfänger sorgen dafür, dass stets das Signal von der Antenne und dem Kanal mit dem besten Empfang ausgewählt wird. Da die Wahrscheinlichkeit eines gleichzeitigen Dropouts auf beiden Antennen sehr gering ist, bieten Diversity-Empfänger eine fast vollständige Absicherung gegen Dropouts auf Grund von Mehrwegausbreitung.
Der Diversity-Empfang kann auch dazu beitragen, den Betriebsradius von Drahtlossystemen zu erweitern. Selbst wenn es nicht zu totalen Dropouts kommt, kann die Mehrwegausbreitung nämlich eine Reduzierung der Signalstärke bei großen Entfernungen bewirken Hierdurch kann es dazu kommen, dass der Empfänger kurzzeitig das Audiosignal verliert, lange bevor das Sendemodul tatsächlich außerhalb der Reichweite ist. Bei Diversity-Systemen ist ein kompletter Signalverlust weitaus weniger wahrscheinlich, wodurch der nutzbare Betriebsradius des Systems erweitert wird.
Außer wenn das Budget die Extrakosten nicht hergibt, wird stets der Einsatz von Diversity-Systemen empfohlen. Trotzdem sollte die Verwendung von Non-Diversity-Systemen nicht ganz ausgeschlossen werden. Trotz ihrer Einschränkungen können Non-Diversity-Systeme zufrieden stellende Ergebnisse bei weniger anspruchsvollen Anwendungen liefern, auch wenn ein wenig mehr Zeit für das Einrichten und Überprüfen aufgewendet werden muss.