Zwei häufige Probleme

Rückkopplung | Akustische Phasenaufhebung

Rückkopplung
Rückkopplung bedeutet bei Beschallungsanwendungen, dass der vom Mikrofon aufgenommene Ton verstärkt, durch den Lautsprecher abgegeben, wieder aufgenommen und weiter verstärkt wird. Irgendwann beginnt das System zu pfeifen und heult solange, bis die Lautstärke verringert wird. Rückkopplungen treten auf, wenn der Ton vom Lautsprecher genauso laut oder lauter vom Mikrofon aufgenommen wird als der Ton der ursprünglichen Schallquelle (Redner, Sänger etc.).

Duch die Wahl des richtigen Mikrofons wird das Problem zumindest verringert. Ein Mikrofon ohne Spitzen im Frequenzgang eignet sich am besten, da Rückkopplungen am schnellsten bei Frequenzen mit Spitzen entstehen. Obwohl ein gutes Kugel-Mikrofon manchmal gute Ergebnisse liefern kann, ist ein Nieren-Mikrofon fast immer die erste Wahl, wenn Rückkopplungen auftreten können. Wenn der Ton des Lautsprechers vor allem aus einer Richtung kommt (anstatt hauptsächlich von Wänden, Decken etc. reflektiert zu werden), kann der Nullpunkt eines Mikrofons mit Nieren- (oder einer anderen) Richtcharakteristik so ausgerichtet werden, dass kaum Schall vom Lautsprecher aufgenommen wird.

Auch die Entfernung ist ein wichtiger Faktor. Vergrößert man die Entfernung zwischen Mikrofon und Lautsprecher, werden dadurch oft Rückkopplungen verringert. Auch das Verkürzen des Abstands zwischen Mikrofon und erwünschter Schallquelle kann helfen. Allgemein gilt, dass das Mikrofon sich stets hinter den Lautsprechern befinden sollte.

Abbildung 11: Ungleiche Abstände der Mikrofone
Akustische Phasenaufhebung

Phasenaufhebung - Mehrere Mikrofone
Phasenaufhebung tritt auf, wenn der gleiche Ton bei mindestens zwei nebeneinander aufgebauten Mikrofonen zu unterschiedlichen Zeiten eintrifft. Das kann beispielsweise dann geschehen, wenn zwei Mikrofone auf einem Rednerpult angebracht sind (siehe Abb. 11). Da sie sich in einiger Entfernung von einander befinden, erreicht sie der Ton des Redners höchstwahrscheinlich leicht zeitversetzt. Die Kurven in Abb. 12 zeigen die Auswirkungen der dadurch ausgelösten auslöschenden Phaseninterferenzen, wenn die Mikrofonausgänge vermischt werden. Diese Verschlechterungen des Frequenzgangs können nicht nur zu schlechterem Sound, sondern auch zu Rückkopplungen führen.

Abbildung 12: Frequenzgang-Kurven bei mehreren Mikrofonen
Eine offensichtliche Lösung des Problems mit den Rednerpult-Mikrofonen ist die Beschränkung auf ein einzelnes Mikrofon. Dadurch wird nicht nur die Klangqualität erhöht, auch die Kosten für die Rednerpultmikrofone werden halbiert! (Manchmal kann allerdings der Einsatz eines zweiten Mikrofons erforderlich sein, z. B. zur Erhöhung der Ausfallsicherheit bei Pressekonferenzen. Die beiden Mikrofone sollten sich in diesem Fall direkt vor dem Redner befinden und so dicht nebeneinander aufgestellt sein wie möglich. Außerdem sollte immer nur ein Mikrofon eingeschaltet sein.)

Abbildung 13: Podiumsaufbau mit mehreren Mikrofonen
Abbildung 13 zeigt eine andere Möglichkeit des Einsatzes von zwei Mikrofonen auf einem Podium. Hierbei werden zwei Mikrofone mit ihren Kapseln so nahe zueinander wie möglich angeordnet, in einer Art "Kreuzfeuersituation". Dadurch vergrößert sich der Öffnungswinkel, werden Stereoaufnahmen mit hervorragender Mono-Kompatibilität ermöglicht und Phaseninterferenzen fast vollständig vermieden.

Abbildung 14: Die 3:1-Verhältnisregel
Wenn der Abstand zwischen zwei Mikrofonen größer sein muss, eignet sich als Anhaltspunkt für die Aufstellung das "3:1-Verhältnis". Abbildung 14 zeigt eine Darstellung dieser Faustregel. In der Illustration ist Mikrofon 1 etwa 30 cm von der Schallquelle entfernt. Das der Schallquelle zweitnächste Mikrofon (Nr. 2) sollte mindestens 90 cm von Mikrofon 1 entfernt aufgestellt werden. Vergrößert sich der Abstand zwischen Schallquelle und Mikrofon 1 auf 60 cm, dann sollte der Mindestabstand zwischen beiden Mikrofonen mindestens 1,80 Meter betragen, um das 3:1-Verhältnis beizubehalten.

Abbildung 15: Effekt von Reflektionen
Phasenaufhebung - Einzelnes Mikrofone
Phasenaufhebung kann auch auftreten, wenn nur ein einzelnes Mikrofon eingesetzt wird. Dabei wird der Schall von nahe gelegenen Oberflächen reflektiert und trifft kurz nach dem ursprünglichen Ton am Mikrofon ein. Werden die beiden Signale zusammengefügt, können ähnliche Probleme auftreten wie bei falsch aufgestellten Systemen mit mehreren Mikrofonen. (Die Phaseninterferenz ist am stärksten, wenn der reflektierte Schall mit einem Schalldruckpegel aufgenommen wird, der um bis zu 9 dB von dem des ursprünglichen Tons abweicht.)

Zur Behebung dieses Problems gibt es mehrere Herangehensweisen. Versuchen Sie als erstes, das Mikrofon näher an die Schallquelle zu bringen. Die zweite Möglichkeit ist, den Abstand zwischen Mikrofon und reflektierender Oberfläche zu vergrößern. Drittens können Sie ein Mikrofon verwenden, das für den Einsatz sehr nahe an der reflektierenden Oberfläche eingestellt ist (Abb. 15). Wenn Sie z. B. ein flaches Audio-Technica Grenzflächenmikrofon verwenden, ist die Mikrofonkapsel so nahe an der Oberfläche, dass der ursprüngliche und der reflektierte Ton gleichzeitig eintreffen und sich ergänzen, anstatt einander auszulöschen. Dieses Verfahren kann sich auf einer Vorbühne, einem Tisch bei einer Konferenz oder dem Altar einer Kirche als sehr nützlich erweisen.

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