Mehrwegausbreitung
Die Mehrwegausbreitung wird oft bei drahtlosen Mikrofonsystemen zum Problem, die nicht mit Diversity-Empfängern arbeiten. Sie kann Dropouts (Signalverluste) hervorrufen, während derer das Audiosignal vom Empfänger verrauscht klingt oder komplett verloren geht. Die Signalverluste kommen in eng begrenzten Bereichen vor, wenn sich der Träger des Sendemoduls bewegt.
An den meisten Orten, an denen Drahtlossysteme eingesetzt werden, gibt es eine Vielzahl von Gegenständen, die Funksignale reflektieren. Das Funksignal von einem Sendemodul wird von diesen Objekten reflektiert und auf komplizierte Art und Weise gestreut. Beim Empfänger kommt das Signal vom Sendemodul über eine Vielzahl verschiedener Übertragungswege an. Das tatsächlich von der Empfangsantenne aufgenommene Signal besteht aus einer Kombination aller dieser unterschiedlichen Signale.
Wenn ein Übertragungsweg länger ist als ein anderer, haben die zugehörigen Signale unterschiedliche Phasen. Hinzu kommt, dass reflektierte Funksignale phasenverkehrt sind. An der Empfangsantenne werden einige eintreffende Signale zum Gesamtsignal hinzuaddiert, andere werden davon abgezogen. Ein Dropout entsteht dann, wenn die Summe aller eingehenden Signale nicht ausreicht, damit der Empfänger ein gutes Audiosignal liefern kann. Tatsächlich heben sich einige Signale gegenseitig auf. Das Ergebnis ist ein sehr schwaches, kombiniertes Signal an der Empfangsantenne.
Normalerweise sind die Bereiche, in denen es zu Signalverlusten kommt, sehr klein, meist nur einige Quadratzentimeter. Wenn die Person, die den Sender trägt, ihre Position geringfügig verändert, kehrt das Signal mit der normalen Audioqualität zurück. Da die Signalverluste durch Frequenzauslöschung zustande kommen, können sie auch schon bei Entfernungen zum Empfänger auftreten, die weit unter der Maximalreichweite liegen.
Mit Diversity-Empfänger können Dropouts auf Grund von Mehrwegausbreitung vermieden werden, da sie über zwei Antennen und zwei Empfangskanäle verfügen. Spezielle Schaltkreise im Empfänger sorgen dafür, dass stets das Signal von der Antenne und dem Kanal mit dem besseren Empfang ausgewählt wird. Da die Wahrscheinlichkeit eines gleichzeitigen Dropouts auf beiden Antennen sehr gering ist, bieten Diversity-Empfänger eine fast vollständige Absicherung gegen Dropouts auf Grund von Mehrwegausbreitung.