Lösungsvorschläge für Interferenzproblemen
Interferenzprobleme können ärgerlich und frustrierend sein, speziell wenn sie verschwinden und dann wieder auftauchen, wenn man glaubte, ein Problem bereits gelöst zu haben. Problemlösungen werden oft durch die Tatsache kompliziert, dass es mehrere Arten von Interferenz gibt und jede eine andere Vorgehensweise erfordert. Manchmal hilft eine Schnelllösung, meistens jedoch nicht. Sofern die Problemlage nicht eindeutig ist, bleibt nur ein systematisches Vorgehen, bei dem die Problemursache isoliert und dann eine entsprechende Lösung gefunden wird. In diesem Kapitel werden folgende Themen behandelt:
Elementare Probleme vermeiden,
Liegt es wirklich am Drahtlossystem? und
Interferenzarten identifizieren.
Elementare Probleme vermeiden
Manche Interferenzprobleme haben sehr einfache Ursachen. Überprüfen Sie vorab die folgenden Punkte, damit Sie nicht unnötig Zeit auf ein einfach zu behebendes Problem verschwenden:
- Vergewissern Sie sich, dass kein Funksender, einschließlich des systemeigenen Sendemoduls oder der Sendemodule von anderen Drahtlossystemen, den Mindestabstand von 3 bis 4,5 m zu den Empfangsantennen unterschreitet. Ein zu geringer Abstand kann die Empfänger übersteuern und Interferenzen verursachen.
- Stellen Sie beim Aufstellen der Empfänger sicher, dass deren Empfangsantennen sich nicht gegenseitig berühren. Achten Sie besonders darauf, dass die Antennen eines Empfängers nicht die eines anderen berühren oder diesen zu nah kommen. Zwischen den Antennen zweier Empfänger sollten mindestens 25 cm Abstand eingehalten werden.
- Überprüfen Sie, ob alle Sender mit frischen Batterien ausgestattet sind. Die geringe Ausgangsspannung in schwachen Batterien kann bei einigen Sendern dazu führen, dass diese Interferenzen erzeugen. Bestücken Sie im Zweifelsfall alle Funksendemodule mit neuen, frischen Alkali-Batterien.
- Bei einem "Kombisystem" (Handsendemodul + Body-Pack) mit zwei Sendern auf derselben Frequenz oder bei zwei Drahtlossystemen mit derselben Betriebsfrequenz muss in jedem Fall verhindert werden, dass beide Sender gleichzeitig eingeschaltet werden.
- Überprüfen Sie den Rauschunterdrückungspegel am Empfänger. Ein höherer Pegel schützt besser gegen Interferenzen. Da jedoch eine höhere Einstellung auch zu einer reduzierten Reichweite führen kann, empfiehlt es sich, den Pegel auf den niedrigsten Wert einzustellen, bei dem die Interferenz verlässlich unterdrückt wird.
Liegt es wirklich am Drahtlossystem?
Nicht alle Störgeräusche in Audiosystemen, die mit drahtlosen Mikrofonsystemen arbeiten, sind auf Interferenzen oder das Drahtlossystem selbst zurückzuführen. Da Drahtlossysteme für Interferenzprobleme bekannt sind, werden sie oft unberechtigterweise für alle möglichen Störgeräusche verantwortlich gemacht. Manchmal liegt das wirkliche Problem jedoch woanders. Beispielsweise könnten AM-Rundfunkstationen Störgeräusche über den Eingang eines Mischpults oder über Verstärker auf ein Audiosystem übertragen. Da es sich bei der Störquelle offensichtlich um einen Rundfunksender handelt, kann man leicht zu dem Schluss kommen, dass die Interferenz vom Drahtlossystem herrührt. Durch Erkennen der tatsächlichen Problemursache kann man sich das fruchtlose Unterfangen ersparen, ein nicht vorhandenes Problem mit dem Drahtlossystem zu korrigieren.
Der erste Schritt besteht darin festzustellen, wo die Interferenz in das Audiosystem eindringt. Versuchen Sie Folgendes:
- Stellen Sie sicher, dass der Fehler wirklich durch ein Drahtlossystem entsteht. Schalten Sie die Funkempfänger aus und ziehen Sie die Audiokabel ab. Wenn das Problem bei ausgeschaltetem Empfänger oder abgezogenen Audiokabeln noch besteht, ist das Problem höchstwahrscheinlich irgendwo anders im Audiosystem zu suchen.
- Schalten Sie alle Sendemodule ab, und überprüfen Sie, ob die Signalanzeigen an allen Empfängern ausgehen. Hören Sie sich das Audiosystem an, um zu überprüfen, ob das Problem weiterhin besteht. Wenn dies der Fall ist, ist Funkinterferenz wahrscheinlich nicht das Problem, sondern eine Art von Interferenz, die von außerhalb des Drahtlossystems kommt [1]. Wenn die Signalanzeigen der Empfänger weiterhin etwas anzeigen, kann es sich auch um ein Rauschunterdrückungsproblem handeln [2].
Wenn die Interferenz nur dann auftritt, wenn die HF-Anzeige des Empfängers aktiv ist, und die Möglichkeit ausgeschlossen wurde, dass Rauschen an einer anderen Stelle in das Audiosystem gelangt, ist es wahrscheinlich, dass das Drahtlossystem extern gestört wird.
Interferenzarten identifizieren
Im nächsten Schritt gilt es festzustellen, welche Art von Interferenz vorliegt. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Interferenzarten, jede mit einer eigenen Ursache und Lösung. Leider ist es so, dass Maßnahmen, die ein Problem korrigieren sollen, auch dann geringfügige Wirkung zeigen können, wenn sie nicht die eigentliche Problemursache beheben. Dies kann dazu führen, dass Sie Zeit und Mühe am falschen Ort verschwenden, und höchst ärgerlich sein. Wenn jedoch die Art der auftretenden Interferenz bekannt ist, haben die Korrekturmaßnahmen viel größere Erfolgschancen.
Das Beobachten der Empfängeranzeigen und die akustische Überprüfung des Audiosystems sind beim Erkennen der Interferenzart äußerst wichtig. Ein guter Kopfhörer kann bei der Bewertung von Interferenzproblemen sehr hilfreich sein. Mit einem Kopfhörer kann man sich die Funkkanäle einzeln anhören, selbst wenn das System gerade benutzt wird. Unglücklicherweise treten einige Interferenzprobleme nur unter Live-Bedingungen auf, wenn das gesamte Equipment im Einsatz ist.
Suchen Sie aus den Problembeschreibungen unten diejenige heraus, die den bei Ihnen auftretenden Symptomen entspricht. Klicken Sie dann auf den zugehörigen Link, um zu den entsprechenden Vorschlägen zur Problemlösung zu gelangen.
- Wenn das Hauptinterferenzproblem nur dann auftritt, wenn das Sendemodul des Drahtlossystems ausgeschaltet ist, überprüfen Sie zunächst, ob die Rauschunterdrückung am Empfänger sich in einer mittleren oder höheren Einstellung befindet (siehe Rauschunterdrückungsprobleme [2]). Ist dies der Fall, könnte das Problem auf kleinsignalige Interferenzen zurückzuführen sein [3].
- Tritt Interferenz auf, wenn das Sendemodul ausgeschaltet ist, und ist das Empfänger-Audio verrauscht oder verzerrt, wenn das Sendemodul eingeschaltet ist, schalten Sie alle anderen Sendemodule aus. Treten weiterhin Interferenzen auf, kann es sich um starke oder direkte Funkinterferenzen handeln. Direkte Interferenz [4] ist ein ernsthaftes Problem, das behoben werden muss, damit das Drahtlossystem voll einsatzfähig ist.
- Wenn bei eingeschaltetem System-Sendemodul Interferenz auftritt, die jedoch verschwindet, wenn die anderen Sendemodule ausgeschaltet werden, kann ein Intermodulationsproblem vorliegen [5].
- Interferenz in Form von schwachen Tönen im Audio-System, Jaulen, Jaulen mit rasch veränderlicher Tonhöhe, Stimmen oder Musik (egal ob verzerrt oder nicht) wird wahrscheinlich durch Intermodulation [5], Interferenz außerhalb des Drahtlossystems [1] oder direkte Interferenz hervorgerufen [4].
- Wenn bei eingeschaltetem System-Sendemodul Interferenz in Form von heiserem Jaulen oder Summen mit einem ausgeprägten Rhythmus auftritt, der sich von Zeit zu Zeit verändert, kann digitale Interferenz /a> [6] die Problemursache sein. Zu den möglichen Störquellen gehören Computer, digitale Delays, Effektprozessoren, Lichtmischer sowie andere Geräte mit Mikroprozessoren und digitalen Signalprozessoren (DSPs).
- Liegt keine Interferenz vor, wenn das System-Sendemodul ausgeschaltet ist, treten aber bei eingeschaltetem Sendemodul schnalzende, knackende oder summende Geräusche im Audiosystem auf, können elektrische Interferenzprobleme vorliegen. Diese Art von Interferenz wird häufig von Elektromotoren, Neonlichtern, Lichtanlagen, Haushalts- oder anderen Elektrogeräten hervorgerufen. Elektrische Interferenz [7] betrifft normalerweise sämtliche Drahtlossysteme an einem Ort, nicht nur eines.
- Eine bestimmte Art von Summgeräusch ist auf Interferenz von Fernsehsendern zurückzuführen. Wenn sich das Summgeräusch in unregelmäßigen Abständen stark verändert und nicht durch elektrisches Equipment hervorgerufen zu werden scheint, kann TV-Interferenz [8] das Problem sein.
- Interferenz in Form von krachenden statischen Entladungen oder kurzen Geräuschspitzen wird wahrscheinlich durch Blitzschlag, unregelmäßig auftretende Lichtbogen oder defekte elektrische Maschinen hervorgerufen. Diese Art der Zufallsinterferenz [9] tritt sehr selten auf, kann aber schwer zu beseitigen sein.
Wenn keine der Beschreibungen auf Ihr spezielles Problem zutrifft, oder die vorliegenden Informationen nicht eindeutig sind, finden Sie weitere Informationen unter
Interferenzarten. Auch Ihr Händler kann Ihnen wahrscheinlich weiterhelfen und kennt sich mit den besonderen Bedingungen vor Ort aus, die Ihr Problem beeinflussen könnten. Wenn Ihr Händler Ihnen nicht helfen kann, können Sie sich als Besitzer eines A-T Drahtlossystems direkt an Audio-Technica wenden.
Interferenz außerhalb des Drahtlossystems [1]
Audiosysteme können durch AM-Rundfunksender, TV-Sender, Radarsysteme und eine Vielzahl elektrischer Geräte und Anlagen gestört werden. Die Interferenz wird normalerweise über die Audiokabel am Mischpult bzw. an den Leistungsverstärkern oder über die AC-Netzleitungen übertragen. Oft sind AM-Rundfunkstationen die Ursache des Problems, in der Regel aber nur dann, wenn diese sehr leistungsstark sind und sich in unmittelbarer Nähe befinden. Selbst bei Sendern mit einer Leistung von 50 kW treten Probleme nur sehr selten auf, wenn der Sender mehr als anderthalb bis drei Kilometer entfernt ist. Leistungsstarke Fernsehsender können noch bei Entfernungen über 3 km Probleme verursachen. Manche UHF-Fernsehsender sind äußerst leistungsstark (500 kW und mehr) und können noch über eine Entfernung von 6 bis 8 km Interferenzen verursachen.
AM-Rundfunkinterferenzen machen sich in der Regel durch verzerrte Stimmen oder Musik im Audiosystem bemerkbar. Ein summendes Geräusch, dessen Intensität sich von Zeit zu Zeit ändert, ist normalerweise ein sicheres Zeichen für TV-Interferenz. AM-Interferenz kann leicht zu einem bestimmten Sender zurückverfolgt werden, indem die lokalen Frequenzen mit einem AM-Empfänger abgesucht werden. Die Quelle von TV-Interferenzen lässt sich feststellen, indem man die lokalen Sender anschaut und auf hörbare Veränderungen im Audiosystem achtet, die mit Szenenwechseln im Fernsehen zeitlich übereinstimmen. Bitte bedenken Sie, dass das eigentliche Probleme im Audiosystem liegt, da es höchst unwahrscheinlich ist, dass ein Defekt beim Rundfunk- oder Fernsehsender für die Interferenz verantwortlich ist.
Radarsysteme, darunter Flughafen-Radare, militärische Suchradare und Wetterradare, können manchmal zu Störungen von Audiosystemen führen. Radarinterferenz macht sich normalerweise durch hohe Summtöne oder Rauschspitzen, die alle paar Sekunden auftreten, bemerkbar. Viele Hochleistungs-Radarantennen rotieren pro Minute mehrmals und verursachen nur dann Interferenzen, wenn sie in Richtung des Audiosystems zeigen. Wie bei der AM-Rundfunk und TV-Interferenz tritt die Radarinterferenz auch nur dann auf, wenn die Radarantenne nicht allzu weit entfernt ist (1,5 bis 5 km).
Diese Art von Interferenz kann manchmal nur schwer eliminiert werden. Eine verbesserte Erdung der Geräte kann Abhilfe schaffen, besonders wenn sich die einzige Erdung an der Schalttafel in einiger Entfernung befindet. Eine Abschirmung oder Filterung von Audiokabeln an den Anschlüssen zu den Geräten, speziell an Mischpulten oder Leistungsverstärkern, ist meistens hilfreich. Das Aufwickeln von Audiokabeln und die Verwendung von Ferritfiltern an den Kabelsteckern kann sehr nützlich sein. Manche Geräte verfügen möglicherweise nicht über eine ausreichende Filterung der Eingangsschaltungen. Hierzu kann Ihnen am besten der Gerätehersteller Auskunft geben, der meist zumindest in begrenztem Umfang Unterstützung leisten kann.
Interferenz kann auch über AC-Netzleitungen in Audiosysteme gelangen. Dies ist manchmal bei Rundfunk- oder Radarinterferenzen der Fall. Elektrische Interferenzen von schweren Elektromaschinen, Lichtanlagen oder anderen elektrischen Geräten können sich über Stromleitungen ausbreiten. Das Risiko ist besonders hoch in Industriegebieten, wo Lichtbogenschweißgeräte, leistungsstarke Motoren und elektrische Steuergeräte und ähnliche Einrichtungen betrieben werden. Die Störungen manchen sich unterschiedlich bemerkbar, meist als Summtöne auf der Netzstromfrequenz und deren Oberwellen, in Form von zufällig auftretenden Rauschspitzen oder statische Entladungen.
Audiokomponenten von verschiedenen Herstellern, aber auch verschiedene Modelle desselben Herstellers können ganz unterschiedlich auf Interferenzen reagieren. Manchmal besteht die einfachste und schnellste Lösung darin, das problematische Gerät gegen ein weniger anfälliges auszutauschen. Wenn das Drahtlossystem in der Nähe von leistungsstarken Sendern oder schwerem elektrischen Gerät betrieben werden soll, sollten Interferenzprobleme beim Gerätekauf eingeplant werden. Eine Vereinbarung, die beim Auftreten von Problemen ein Austauschen von Komponenten ermöglicht, kann dabei helfen, langwierige und kostspielige Verfahren zu vermeiden.
Rauschunterdrückungsprobleme [2]
Wenn die HF-Anzeige am Empfänger nicht ausgeht, wenn das systemeigene Sendemodul ausgeschaltet wird, könnten kleinsignalige Interferenzen vorliegen. Um die Interferenzquelle zu isolieren, markieren Sie zunächst die Rauschunterdrückungseinstellung am Empfänger, und drehen Sie den Regler dann (im Uhrzeigersinn) auf Vollanschlag. Wenn die Signalanzeige bei maximaler Rauschunterdrückung immer noch nicht ausgeht, liegt wahrscheinlich eine schwer wiegende Interferenz vor.
Wenn die Signalanzeige bei der maximalen Rauschunterdrückung nichts mehr anzeigt, im System aber noch Störungen zu hören sind, liegt das Hauptproblem wahrscheinlich nicht beim Drahtlossystem. Es kann jedoch sein, dass auch im Drahtlossystem ein weniger gravierendes Problem mit kleinsignaligen Interferenzen vorliegt. Vergessen Sie nicht, nach abgeschlossener Prüfung die ursprüngliche Einstellung für die Rauschunterdrückung wiederherzustellen, da sonst der Betriebsradius des Systems wahrscheinlich erheblich eingeschränkt wird.
Interferenzen von außerhalb des Drahtlossystems [1] sind normalerweise immer noch hörbar, wenn die Rauschunterdrückung am Empfänger aktiviert ist.
Kleinsignalige Interferenzen [3] sind bei der Verwendung von drahtlosen Mikrofonsystemen relativ weit verbreitet, stellen aber nicht unbedingt ein schwer wiegendes Problem dar.
Kleinsignalige Interferenzen [3]
Die meisten Funkfrequenzen werden gleichzeitig von mehreren Benutzern verwendet. Hinzu kommt, dass viele elektronische Geräte, z. B. Fernsehgeräte, Videorekorder, Radiogeräte, Computer und Peripheriegeräte, Geräte mit Signalprozessoren und alle Arten von Telekommunikationsgeräten, ebenfalls unbeabsichtigt geringe Mengen hochfrequenter Energie (HF) abstrahlen. Folglich sind auf jeder Frequenz, die von einem drahtlosen Mikrofonsystem genutzt werden kann, fast immer schwache Funksignale vorhanden.
Meistens sind diese Signale zu schwach, um ein Drahtlossystem zu stören, besonders wenn das Sendemodul eingeschaltet und das System in Betrieb ist. Wenn das Sendemodul jedoch ausgeschaltet ist, reicht das Signal manchmal aus, um die Rauschunterdrückungsschaltung im Empfänger zu aktivieren. Die Folge ist ein unerwünschtes Audiosignal vom Empfänger, das sich meistens als starkes Rauschen oder statische Entladung bemerkbar macht. Solange das Interferenzsignal nicht zu stark ist, wird die Audioqualität bei eingeschaltetem Sendemodul nicht erheblich beeinträchtigt.
Es gilt hierbei zu bedenken, dass der Empfänger eigentlich nur seine Aufgabe erfüllt, d. h. er empfängt ein Funksignal auf einer bestimmten Frequenz. Da das Sendemodul abgeschaltet ist, ist dies nicht das erwünschte Signal und wird folglich als "Interferenz" betrachtet. Es gibt mindestens drei mögliche Lösungen für dieses Problem: Justieren Sie die Rauschunterdrückung so, dass das schwache Signal nicht mehr empfangen wird, verwenden Sie ein Drahtlossystem mit speziellen Schaltkreisen zur Reduzierung unerwünschter Audiosignale, oder handhaben Sie das Drahtlossystem so, dass dieses Problem nicht auftreten kann.
Fast alle Funkempfänger von Audio-Technica verfügen über eine Regelung der Rauschunterdrückung. Je weiter Sie die Rauschunterdrückung (im Uhrzeigersinn) aufdrehen, umso stärker muss das Audiosignal sein, um die Rauschunterdrückungsschaltung zu öffnen und ein Signal passieren zu lassen. Bei einer bestimmten Einstellung kann ein schwaches Interferenzsignal den Schaltkreis für die Rauschunterdrückung nicht mehr öffnen und die Interferenz wird eliminiert. Leider wird durch Aufdrehen der Rauschunterdrückung auch die Reichweite des Drahtlossystems eingeschränkt, da bei einer höheren, "strengeren" Einstellung ein stärkeres Funksignal benötigt wird, damit Audiosignale, inklusive der vom systemeigenen Sendemodul, durchgelassen werden. Um Reichweitenverluste zu vermeiden, sollte die Rauschunterdrückung nur so weit aufgedreht werden wie zur Eliminierung von Interferenzen unbedingt erforderlich.
Bei einigen Drahtlossystemen sorgen Spezialschaltungen dafür, dass die Rauschunterdrückung keine unerwünschten Audiosignale durchlässt. Obwohl auch diese Schaltungen keine hundertprozentige Sicherheit bieten können, reduzieren sie das Risiko unerwünschter Audiosignale bei abgeschaltetem Empfänger doch beträchtlich. Die Auswirkungen von Interferenzen bei eingeschaltetem Empfänger – verrauschte oder verzerrte Audiosignale – können jedoch von diesen Spezialschaltungen nicht verhindert werden.
Die Auswirkungen kleinsignaliger Interferenzen können vermieden werden, indem das Audiosignal vom Empfänger stumm geschaltet wird, wenn der Sender nicht in Betrieb ist. Wenn Sie zuerst den Sender einschalten, dann die Audio-Lautstärke aufdrehen, das System benutzen und dann vor dem Ausschalten des Senders die Audio-Lautstärke wieder herunterdrehen, wird die kleinsignalige Interferenz wahrscheinlich nie zum Problem werden. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Audio-Lautstärke eines ausgeschalteten Drahtlossystems herunterzuregeln, da immer eine geringes Interferenzrisiko besteht.
Direkte Interferenz [4]
Direkte Interferenz tritt auf, wenn auf der Betriebsfrequenz des Drahtlossystems ein weiteres starkes Funksignal vorhanden ist. Abhängig von der Stärke des Interferenzsignals können dabei im Audiosignal schwache Töne, Pfeifen oder Jaulen, jedoch auch laute Töne und unangenehme Geräusche entstehen, die das Drahtlossystem praktisch unbrauchbar machen. Direkte Interferenzen können auch andere Audioprobleme wie übermäßiges Rauschen, Verzerrungen sowie unerwartete Schwankungen von Lautstärke, Klangqualität und Audioeigenschaften verursachen.
Es existieren eine Reihe möglicher Quellen direkter Interferenz für Drahtlossysteme, darunter andere Drahtlossysteme, Fernseh- und Fernmeldesender sowie Nebenemissionen von Telekommunikationsgeräten, Computern, digitalen Geräten und Industrieanlagen. Dabei kann es sich um ein absichtliches, für einen anderen Empfänger abgestrahltes oder unbeabsichtigtes, zufälliges Signal handeln. In beiden Fällen entsteht für das Drahtlossystem ein Problem, solange das andere Funksignal vorhanden ist.
TV-Sender sind sehr leistungsstark und können Drahtlossysteme über Entfernungen bis zu 160 km oder mehr stören. Beim Auftreten von Interferenzen sollte zunächst ermittelt werden, ob das Drahtlossystem auf der Frequenz eines lokalen Fernsehsenders operiert. Jeder Funkfrequenz innerhalb eines 6 MHz-breiten lokalen TV-Kanals unterliegt schweren Interferenzen.
Erstaunlich oft ist die Ursache für ein Interferenzproblem jedoch ein anderes Sendemodul am Einsatzort. Dies kann das zweite Sendemodul in einem "Kombi-System", das aus einem Handsendemodul und einem Body-Pack-Sender besteht, oder ein Sender von einem anderen Drahtlossystem sein. Oftmals ist das Vorhandensein eines zweiten Drahtlossystems nicht bekannt, vielleicht weil es sich in einem anderen Raum oder einem anderen Gebäude befindet. Die Übersicht über die vorhandenen Drahtlossysteme ist dann besonders schwierig, wenn Besucher ihre eigenen Drahtlos-Komponenten mitbringen.
Das zweite Drahtlossystem kann sich dabei in beträchtlicher Entfernung befinden. Interferenzen können in bis zu 900 m, unter gewissen Umständen sogar noch über größere Entfernungen auftreten. Beim Auftreten von Interferenzen sollte sorgfältig überprüft werden, ob sich am Einsatzort weitere Drahtlossysteme mit derselben Betriebsfrequenz befinden. Wenn möglich sollte auch die unmittelbare Umgebung auf in Betrieb befindliche Drahtlossysteme überprüft werden. Das betreffende Drahtlossystem könnte sich in einem anderen Teil des Gebäudes oder in einem nahe gelegenen Gebäude befinden, vielleicht sogar zwei oder drei Häuserblocks entfernt.
Es sollte ebenfalls festgestellt werden, ob auf den unmittelbaren Nachbarfrequenzen des gestörten Systems andere Drahtlossysteme betrieben werden. Hier wird ein Mindestabstand von 1 MHz zwischen den Frequenzen zweier Drahtlossystemen empfohlen, je nach verwendeten Gerätetyp vielleicht auch weniger. Der einfachste Test besteht darin, den anderen Sender auszuschalten und zu überprüfen, ob die Interferenz aufhört. Wenn ja, liegen die verwendeten Frequenzen zu eng beieinander. Bedenken Sie, dass sich der erforderliche Frequenzabstand erhöht, je näher der störende Sender an die Empfangsantennen kommt.
Auch andere Sendertypen können Interferenzen verursachen. Sie können relativ schnell überprüfen, ob die Betriebsfrequenz des Drahtlossystems der doppelten Sendefrequenz eines lokalen FM-Radiosenders entspricht. FM-Sender erzeugen geringfügige Oberwellen, die Drahtlossysteme stören können. Nah gelegene Zwei-Weg-Funksender können Drahtlossysteme ebenfalls stören. Andere Sendertypen und Sendeanlagen können Nebenemission erzeugen, die in der Nähe der Betriebsfrequenzen von Drahtlossystemen liegen.
Kabel-TV-Anlagen verwenden oft fast alle vorhandenen TV-Kanäle. Wenn sich ein solches System in der Nähe befindet, können Funkemissionen auf einem TV-Kanal auftreten, der eigentlich in dem betreffenden Gebiet nicht genutzt wird. Auch Fernsehgeräte, Videorekorder, Satellitenschüsseln und andere TV- und Videokomponenten können Interferenzen bei Drahtlossystemen hervorrufen. Schnurlose Telefone und ähnliche Geräte können ebenfalls Interferenzquellen sein. Fast jedes elektronische Geräte, das HF-Energie erzeugt oder nutzt, kann potenziell eine Störquelle darstellen, besonders wenn es sich in der Nähe der Empfangsantennen befindet.
Computer und digitale Geräte können direkte Interferenzen verursachen. Fast alle Computer und digitalen Geräte streuen geringe Mengen von HF-Energie, oft genug, um Funkempfänger in der Nähe zu stören.
Es ist offensichtlich, dass es mehr oder weniger unmöglich ist, jede an einem bestimmten Ort auftretende Funkfrequenz zu erfassen. Unter diesen Voraussetzungen besteht die effektivste Vorgehensweise darin, zunächst die offensichtlichsten Interferenzquellen und dann nacheinander so viele der verbleibenden Möglichkeiten wie möglich auszuschalten. Wir empfehlen die folgende Vorgehensweise:
- Vergewissern Sie sich, dass es sich tatsächlich um direkte Interferenz handelt. Ist dies der Fall, ist die Interferenz (in unterschiedlichen Formen) fast immer vorhanden, egal ob der systemeigene Sender ein- oder ausgeschaltet ist.
- Stellen Sie sicher, dass keine zwei Sender mit derselben Betriebsfrequenz gleichzeitig eingeschaltet sind.
- Überprüfen Sie, ob die Funkfrequenz des Drahtlossystems mit der eines aktiven lokalen TV-Kanals übereinstimmt.
- Überprüfen Sie, ob in einem Abstand von ca. 1 MHz von der Betriebssequenz des betroffenen Systems andere Drahtlossysteme betrieben werden.
- Überprüfen Sie andere offensichtliche externe Quellen, besonders die Oberwellen von FM-Radiosendern, Kabel-TV-Systeme und alle anderen Funksender.
Versuchen Sie danach, alle anderen potenziellen Interferenzquellen nacheinander auszuschalten. Wenn dies nicht möglich ist, überprüfen Sie auf Interferenz, wenn diese Geräte normalerweise ausgeschaltet sind. Achten Sie insbesondere auf TV-Komponenten, darunter Kabel-TV-Anlagen oder -Geräte, schnurlose Telefone und Zwei-Weg-Funkkomponenten. Überprüfen Sie außerdem Computer, Drucker, Effektprozessoren, Lichtmischer und andere digitale Geräte. Beobachten Sie die Aktivität in der Umgebung, und versuchen Sie zu ermitteln, ob Änderungen bei der Interferenz mit bestimmten Vorgängen oder Aktivitäten zusammenfallen.
Manchmal lässt sich die Ursache für Interferenz nur sehr schwer ermitteln. In anderen Fällen stellt sich die Problemursache zwar schnell heraus, es ist aber praktisch nicht möglich, die Quelle zu beseitigen. In solchen Fällen ist es normalerweise einfacher und schneller, die Betriebsfrequenz des Drahtlossystems zu ändern.
Dabei können die während der Suche nach der Interferenzquelle gesammelten Informationen sehr hilfreich sein und das Risiko, auf eine andere Problemfrequenz zu stoßen, erheblich reduzieren. Insbesondere kann so eine neue Frequenz ausgewählt werden, die nicht mit örtlichen TV-Kanälen, anderen Drahtlosfrequenzenn am Einsatzort oder anderen bekannt problematischen Frequenzen in Konflikt steht. Da dies die wahrscheinlichsten Interferenzquellen sind, reduziert ihre Eliminierung die Wahrscheinlichkeit weiterer Interferenzprobleme erheblich.
Intermodulationsinterferenz [5]
Intermodulationsinterferenzen oder "Intermod" werden im Funkempfänger durch die Kombination von zwei oder mehr starken Interferenzsignalen erzeugt. Im Gegensatz zur direkten Interferenz müssen die Interferenzsignale dabei nicht auf benachbarten Frequenzen des Drahtlossystems liegen. Bei der Intermodulation werden die Interferenzsignale im Funkempfänger zu einem internen Signal kombiniert, das in der Nähe der Betriebsfrequenz des Empfängers liegt. Dieses intern erzeugte Signal stört dann den normalen Betrieb des Drahtlossystems.
Intermodulation wird normalerweise entweder durch die Signale anderer in der Nähe befindliche Drahtlossysteme oder TV-Signale hervorgerufen. Häufig mischen sich die Signale eines Sendemoduls mit einem starken TV-Signal und stören so ein anderes Drahtlossystem. Da diese Signalmischung sehr komplex sein kann, ist es selten möglich, sich einfach eine Liste von Frequenzen anzuschauen und diejenigen herauszusuchen, die Intermodulationsprobleme verursachen. Hinzu kommt, dass es erheblich von der Stärke der Signale abhängt, ob diese schwer wiegende Interferenzen verursachen oder nicht.
Der Umfang der in einem Empfänger durch externe Signale erzeugten Intermodulation hängt direkt von deren Stärke ab. Für die Intermodulation müssen darüber hinaus zwei verschiedene Interferenzsignale vorhanden sein. Wird eines von beiden eliminiert oder erheblich reduziert, verschwindet das Problem normalerweise. Dies sind zwei Gründe dafür, einen Mindestabstand von 3 bis 4,5 m zwischen Sendern und Empfangsantennen einzuhalten. Wenn Intermodulationsinterferenz vermutet wird, sollte zunächst der Abstand zwischen Sendern und Empfängern vergrößert werden.
Ein schneller Test, ob Intermodulationsinterferenz vorliegt, besteht darin, nacheinander alle anderen Sender in der Nähe abzuschalten. Häufig kann das Problem durch Abschalten eines bestimmten Senders vollständig behoben werden. In diesem Fall liegt sehr wahrscheinlich ein Intermodulationsproblem vor. Es sollte auch bedacht werden, dass Intermodulation immer zweifach wirkt: Wenn ein bestimmter Funksender einen Empfänger stört, ist es wahrscheinlich, dass der zweite Sender ebenfalls den Empfänger des ersten Systems stört. Ist dies der Fall, kann es als fast sicher gelten, dass Intermodulation vorliegt.
Wenn die Intermodulation durch TV-Signale oder andere externe Quellen verursacht wird, ist es ist es eventuell nicht möglich, sie abzuschalten oder ihren Standort zu verändern. Manchmal ist es möglich, die Auswirkungen der Interferenz zu reduzieren, indem der gestörte Funkempfänger an einem Ort aufgestellt wird, an dem eines oder beide Interferenzsignale schwächer sind. Hierdurch wird das Problem nur selten behoben, es beweist jedoch, dass das Problem auf Intermodulation zurückzuführen ist.
Allgemein lassen sich Intermodulationsprobleme lösen, indem eine der beteiligten Frequenzen geändert wird. Manchmal lassen sich Frequenzkombinationen aber auch verhindern, indem der Betrieb des Audiosystems geändert wird, vorausgesetzt, es werden nicht alle vorhandenen Sender gleichzeitig benötigt. Bei den meisten Intermodulationsarten sind drei Frequenzen beteiligt, zwei Sendefrequenzen und eine Empfangsfrequenz. Die Änderung einer der Frequenzen behebt das Problem.
Digitale Interferenz [6]
Es gibt eigentlich zwei unterschiedliche Arten von digitaler Interferenz: Interferenz, die durch die Taktgeber-Oszillatoren in Computern, Peripheriegeräten oder anderen digitalen Geräten hervorgerufen wird, und Interferenz, die durch Verarbeitungsvorgänge in einem digitalen Gerät entsteht. Der erste Typ ist lediglich eine andere Form der direkten Interferenz, die durch Emissionen auf der Taktgeberfrequenz oder einer ihrer Oberwellen entsteht. Die Interferenz macht sich im Allgemeinen als durchgängiger, relativ leiser Ton im Audiosignal des Empfängers bemerkbar.
Der zweite Typ von digitaler Interferenz äußerst sich typischerweise als heiseres Jaulen oder Summen, oft mit gelegentlichen Änderungen des Klangs. Oft ist auch ein ausgeprägter Rhythmus erkennbar. In einigen Fällen machen sich digitale Interferenzen auch durch laute Zisch- oder Knistergeräusche bemerkbar. Dabei muss nicht unbedingt ein erkennbarer Ton auftreten.
Diese Art von Interferenz wird durch die Aktivität eines Prozessors (oder eines digitalen Signalprozessors) in einem digitalen Gerät verursacht. Das Interferenzsignal liegt in diesem Fall nicht notwendigerweise auf einer Oberwelle der Taktgeberfrequenz, sondern hängt von der Taktfrequenz ab, mit der Befehle verarbeitet werden. Lautstärke und Klangeigenschaften der Interferenz hängen stark von Art und Intensität des Verarbeitungsvorgangs ab. Die Interferenz kann vollkommen verschwinden, wenn im digitalen Gerät kein aktiver Verarbeitungsvorgang stattfindet.
Digitale Interferenz lässt sich normalerweise relativ einfach feststellen. Die Signale sind nicht sehr stark und stören Drahtlossysteme nur auf Entfernungen bis ca. 2 m. Digitale Interferenzen haben überdies einen sehr charakteristischen Klang und sind deshalb einfach zu erkennen. Hinzu kommt, dass die Interferenzquelle normalerweise isoliert werden kann, indem an einem Gerät neue Befehle eingegeben werden, ein neues Programm gestartet oder das Gerät einfach kurzzeitig ausgeschaltet wird.
Digitale Interferenz lässt sich normalerweise relativ einfach beheben. Manchmal reicht es schon aus, das digitale Gerät nur 20 cm vom Empfänger und seinen Antennen zu entfernen. Es empfiehlt sich ebenfalls, Netz- und Signalkabel des digitalen Geräts von denen des Funkempfängers zu trennen. Manchmal wird die Interferenz über das Netzkabel des Empfängers übertragen. In solchen Fällen muss eines der beiden Geräte über eine getrennte Stromquelle betrieben oder ein Netzfilter installiert werden.
Sollten diese einfachen Maßnahmen keine Abhilfe schaffen, ist das digitale Gerät wahrscheinlich defekt. Da die zulässige Menge der emittierten HF-Streuemissionen durch behördliche Bestimmungen strikt begrenzt wird, können starke Interferenzen eigentlich nur durch einen schwer wiegenden Gerätedefekt entstehen. In solchen Fällen ist es fast immer erforderlich, die Problemursache zu korrigieren, da das Ändern der Empfängerfrequenz normalerweise nicht ausreicht. Gewöhnlich lassen sich jedoch auch die hartnäckigsten Probleme lösen, indem man Funkempfänger und digitales Gerät mehrere Meter voneinander entfernt und ihre Kabel voneinander trennt.
Elektrische Interferenz [7]
Diese Art von Interferenz wird durch elektrische Geräte und Anlagen, insbesondere von Neonreklamen, Lichtmischern und Dimmern, Elektromotoren mit Bürsten, Drehzahlreglern und einer Reihe von Starkstromgeräten, hervorgerufen. Fast immer wird die Interferenz durch Geräte hervorgerufen, die entweder defekt oder verschlissen sind oder schlecht gewartet bzw. fehlerhaft installiert wurden. In einwandfreiem Zustand verursachen elektrische Geräte oder Anlagen selten Interferenzprobleme. Es existieren jedoch immer noch ältere Geräte, bei deren Entwurf und Herstellung keine Gedanken an eventuelle Interferenzprobleme verschwendet wurden.
Neonreklamen sind bekannt dafür, elektrische Interferenzen zu verursachen. Mit Sorgfalt konstruierte und installierte Neonreklamen rufen normalerweise keine ernsthaften Interferenzen hervor, sofern sie sich nicht in der Nähe von Empfangsantennen befinden. Alte, schlecht gewartete Neonreklamen, deren Isolierungen verschmutzt oder beschädigt sind, können jedoch starke Interferenzen verursachen. Neonreklamen, die gedimmt werden, stellen ein besonderes Problem dar. Defekte oder verschlissene Leuchtstoffröhren können starke Interferenzen hervorrufen. Leuchtstofflampen mit Dimmern, die Dimmer selbst sowie Beleuchtungseinrichtungen mit Vorschaltgeräten verursachen ebenfalls häufig Probleme.
Elektromotoren mit Bürsten sind eine weitere bekannte Quelle von Interferenz. Dies betrifft eine Reihe von Haushaltsgeräten und Werkzeugen, z. B. Staubsauger, Mixer, Küchenmaschinen, elektrische Bohrmaschinen sowie andere Werkzeuge mit drehzahlgeregelten Motoren. Ähnliches gilt für Motorsteuerungen und Lichtmischer, insbesondere veraltete Theater-Lichtmischer. Abgenutzte oder fehlerhafte Relais, speziell die für für den Motorstart, sowie Hochleistungs-Schaltschütze können während des Umschaltens Interferenzen hervorrufen.
Außer Neonreklamen können auch noch andere Geräte oder Anlagen, die mit hohen Spannungen operieren, Probleme verursachen. Hierzu gehören alte oder defekte Fernsehgeräte, Röntgenapparate, bestimmte Beleuchtungskomponenten und eine Reihe von industriell genutzten Geräten oder Anlagen. Meist entsteht die Interferenz durch Lichtbogen auf Grund von defekten Isolierungen. Lichtbogen können auch bei geringeren Spannungen auftreten. Wackelkontakte, gebrochene Kabel, rissige Isolationen usw. können nicht nur zu schweren Interferenzen führen, sie stellen auch ein beträchtliches Sicherheitsrisiko dar.
Elektrische Interferenz lässt sich normalerweise sehr einfach feststellen. Meist tritt ein charakteristisches Summen bei einer Frequenz auf, die mit der 60 Hz-Netzfrequenz zusammenhängt. Die Lichtbogenbildung macht sich durch ein charakteristisches, leicht erkennbares Zischen oder Knistern bemerkbar. Drehzahlgeregelte Motoren können an den Drehzahländerungen und den typischen jaulenden Geräuschen erkannt werden. Elektrische Interferenzen lassen sich oft mit einem Beleuchtungswechsel, dem Betrieb eines bestimmten Geräts oder dem Flackern einer Lampe in Zusammenhang bringen. Auf diese Weise lässt sich die Problemursache häufig sehr schnell identifizieren.
Beim Auftreten von elektrischer Interferenz sollten zunächst die wahrscheinlichsten Interferenzquellen überprüft werden. Hierzu zählen Neonreklamen, flackernde oder ungewöhnlich schwache Leuchtstofflampen, Lichtmischer, Geräte mit drehzahlgeregelten Motoren sowie Hochspannungsausrüstung. Wenn sich hierdurch die Problemursache nicht feststellen lässt, sollte im nächsten Schritt versucht werden, die Interferenz zu einem bestimmten Ereignis, etwa dem Betrieb einer bestimmten Maschine oder Anlage (z. B. einer Klimaanlage), einer bestimmten Beleuchtungseinheit oder -gruppe oder einer speziellen Aktivität zurückzuverfolgen. Meist reicht es schon, die entsprechenden Geräte auszuschalten und zu überprüfen, ob die Interferenz verschwindet.
Es ist möglich, dass die Interferenzen von einer externen Quelle stammen. In diesem Fall lässt sich die Ursache dadurch isolieren, indem Sie die Aktivität in der Umgebung beobachten, die Tageszeit ermitteln, zu der die Interferenz auftritt, und nach verdächtigen Ereignissen, wie Lichtblitzen oder Geräuschen, Ausschau halten. Wenn relativ sicher ist, das die Interferenz nicht von außen kommt, sich die Ursache jedoch nicht lokalisieren lässt, kann eventuell ein Elektriker Abhilfe schaffen, der die Verkabelung des Gebäudes gründlich überprüft.
Wenn die Interferenz von einer Neonreklame, Leuchtstofflampen, einem lauten Motor, Hochspannungs-Lichtbogen oder einem ähnlichen Grund herrührt, ist es wahrscheinlich erforderlich, die Problemursache zu korrigieren. In anderen Fällen ist es eventuell möglich, das defekte Gerät, das die Interferenz verursacht, zu reparieren oder auszutauschen, den Abstand zu den Empfangsantennen zu vergrößern oder dafür zu sorgen, dass es abgeschaltet wird, während das Drahtlossystem in Betrieb ist.
Wenn die Ursache der Interferenz nicht ausgemacht werden kann, diese jedoch nicht besonders schwer wiegend ist, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, um die Auswirkungen zu reduzieren. Durch Erhöhung der zur Verfügung stehenden Signalstärke ist der Funkempfänger nicht so anfällig gegen von außen kommende Interferenzen. Die Verringerung des Abstands zwischen Empfänger und Sender oder der Einsatz von absetzbaren Antennen, die näher am Sender positioniert werden können, ist oft hilfreich. Denken Sie jedoch daran, einen Mindestabstand von ca. 3 m zu den Antennen einzuhalten, da sonst das Risiko von Interferenz durch Intermodulation steigt.
Manchmal werden Interferenzen über die Netzleitungen auf das Drahtlossystem übertragen. Ein hochwertiger Überspannungsschutz mit effektiven HF-Filtern kann hier manchmal Abhilfe schaffen. Bitte beachten Sie, dass die meisten "Spannungstoßunterdrücker" über gar keine oder nicht ausreichende Filter verfügen. Nur sehr hochwertige Modelle mit Rausch- oder HFI-Filtern bieten effektiven Schutz. Eine verbesserte Erdung kann oft sehr effektiv sein, besonders wenn die Hauptschalttafel weit entfernt ist. AC-Netzleitungen können auch durch Trenntransformatoren, Spannungsstabilisatoren oder bestimmte unterbrechungsfreie Stromversorgungseinheiten (USVs) gegen Interferenzen geschützt werden.
Verbesserte Geräte und ein gesteigertes Interesse an der Vermeidung von Interferenzen haben dazu geführt, dass elektrische Interferenzen weitaus weniger häufig sind als früher. Sollten sie dennoch auftreten, sind fast immer defekte Geräte der Grund. Wegen der potenziellen Brandgefahr und der Gefährdung der elektrischen Betriebssicherheit lohnt es sich, die Ursachen von elektrischer Interferenz weiterhin zu erforschen, auch wenn sie kein ernsthaftes Problem für Drahtlossysteme darstellt.
TV-Kanalinterferenz [8]
Interferenzen durch TV-Signale sind manchmal denen von elektrischen Geräten sehr ähnlich. Eine TV-Bildübertragung enthält ein starkes 30 Hz-Signal für den vertikalen Bildanteil. Das 30 Hz-Signal hat eine Reihe von Oberwellen und erzeugt eine ähnliche Klangcharakteristik wie viele Arten der
elektrischen Interferenz [7], die meist bei einer Frequenz von 60 Hz und deren Oberwellen auftritt (in den USA und einigen anderen Ländern). Dies kann sehr irreführend sein, da die TV-Kanalinterferenz normalerweise das Ergebnis von
Intermodulation [5] oder
direkter Interferenz [4].
Störungen durch TV-Sender unterscheidet sich normalerweise von elektrischer Interferenz dadurch, dass sich die Klangcharakteristik mit einem Wechsel der übertragenen Szene ändert. Besonders deutlich wird dies bei einem Wechsel von einer dunklen zu einer hellen Szene. Es ist häufig möglich den störenden Fernsehsender zu ermitteln, indem man sich die Interferenz anhört und dabei gleichzeitig die lokalen Sender an einem Fernsehgerät durchschaltet.
Zufallsinterferenz [9]
Die Zufallsinterferenz ist, wie der Name schon andeutet, das Ergebnis eines zufälligen, hochenergetischen elektrischen Phänomens. Diese Phänomene können verursacht werden durch Blitze, Lichtbogenüberschlag an Stromleitungen, Funkenschlag an den Oberleitungen für Elektrolokomotiven, Lichtbogenschweißen und defekte elektrische Gerätschaften. Störungen durch Zündkerzen in Kraftfahrzeugen verursachten früher häufig Interferenzen, die modernen Zündsysteme stellen heutzutage jedoch kaum noch ein Problem dar. Diese Interferenzen machen sich als kurze Geräuschspitzen unterschiedlicher Art bemerkbar, als Krachen, Knallen, Klicken und Summen. Die elektrische Störung tritt fast immer über ein sehr breites HF-Frequenzband hinweg auf.
Es ist fast nie möglich, diese Interferenzart an der Quelle zu beheben. Frequenzänderungen sind auf Grund des breiten Frequenzbands dieser Interferenz unwirksam. Die Intensität dieser Interferenzart nimmt jedoch mit zunehmender Frequenz ab, so dass UHF-Drahtlossysteme im Allgemeinen weitaus weniger stark betroffen sind. Die Qualität des Funkempfängers spielt ebenfalls eine Rolle: hochwertigere Empfänger sind in der Regel besser gegen die meisten Arten der elektrischen Interferenz abgeschirmt.
Es gibt noch andere Maßnahmen, um die Auswirkungen der Zufallsinterferenz zu reduzieren. Durch Erhöhung der zur Verfügung stehenden Signalstärke ist der Funkempfänger nicht so anfällig gegen von außen kommende Interferenzen. Die Verringerung des Abstands zwischen Empfänger und Sender oder der Einsatz von absetzbaren Antennen, die näher am Sender positioniert werden können, ist oft hilfreich. Denken Sie jedoch daran, einen Mindestabstand von ca. 3 m zu den Antennen einzuhalten, da sonst das Risiko von Interferenz durch Intermodulation steigt.
In einigen Fällen können Zufallsinterferenzen auch über die AC-Netzleitungen auf das Drahtlossystem (oder ein anderes Gerät im Audiosystem) übertragen werden. Bemerkbar machen sich Zufallsinterferenzen als Hochfrequenzrauschen, Spannungsstöße, Spannungsspitzen oder Rauschspitzen. Ein hochwertiger Überspannungsschutz mit effektiven HF-Filtern kann die Auswirkungen von Zufallsinterferenzen oft erfolgreich reduzieren. Zusätzlich kann er das Equipment vor Schäden durch Blitze oder Spannungsspitzen schützen. Bitte beachten Sie, dass die meisten "Spannungstoßunterdrücker" über gar keine oder nicht ausreichende Filter verfügen. Nur sehr hochwertige Modelle mit Rausch- oder HFI-Filtern bieten effektiven Schutz. AC-Netzleitungen können auch durch Trenntransformatoren, Spannungsstabilisatoren oder bestimmte unterbrechungsfreie Stromversorgungseinheiten (USVs) gegen Interferenzen geschützt werden.