Interferenzarten
Interferenzen treten bei den meisten Funkkomponenten, also auch bei drahtlosen Mikrofonen, zumindest gelegentlich auf. Die Auswirkungen von Interferenzen schwanken in ihrer Tragweite von einer geringfügigen Störung bis zur kompletten Unbrauchbarkeit eines Drahtlossystems. Schwere Interferenzen treten nicht so häufig auf, wie manchmal angenommen wird, besonders wenn ein paar einfache Vorkehrungen getroffen werden. Wenn sie jedoch auftreten, können Interferenzen sehr störend sein.
Es gibt drei grundlegende Arten von Interferenz: HF-Interferenz, elektrische Interferenz und Intermodulation. HF-Interferenz wird von Rundfunk- und Fernsehsendern, Telekommunikationsgeräten, Kabelfernsehsendern sowie allen anderen Geräten und Anlagen hervorgerufen, die bei ihrem Betrieb Hochfrequenzwellen abstrahlen. Die elektrische Interferenz wird von Computern und digitalen Geräten, leistungsstarken elektrischen Komponenten, Lichtanlagen, fehlerhaften Elektrogeräten etc. hervorgerufen. Intermodulation ist eine Interferenzart, die durch die interne Kombination starker Funksignale in Funkempfängern hervorgerufen wird.
Eine grundlegende Kenntnis der Symptome und Ursachen dieser drei Interferenzarten ist die Voraussetzung für den effektiven Umgang mit eventuell auftretenden Problemen. Einer der Gründe, warum Interferenzprobleme sehr frustrierend sein können, ist, dass man oft nicht weiß, wo man mit der Fehlersuche beginnen soll. Manchmal scheint alles mit dem Problem in Zusammenhang zu stehen, es ist jedoch keine Lösung ersichtlich. Zu wissen, welche Interferenzart vorliegt, spart die Zeit, die ansonsten auf unproduktive Lösungsansätze verschwendet würde, und vereinfacht das Aufspüren der tatsächlichen Problemursache.
HF-Interferenz
Diese Interferenzart wird durch Funksignale auf der Frequenz des betroffenen Funkempfängers oder einer benachbarten Frequenz hervorgerufen. Das Interferenzsignal kann entweder absichtlich oder unabsichtlich, z. B. auf Grund eines Defekts oder einer unerwünschten Charakteristik einer Signalquelle, übertragen worden sein. Eine Störung kann auch dann hervorgerufen werden, wenn das Interferenzsignal nicht exakt auf derselben Frequenz liegt wie das Drahtlossystem. Starke HF-Signale auf einer benachbarten Frequenz können den Funkempfänger beeinflussen und zu Audio- und Empfangsproblemen führen.
Dabei sollte klar sein, dass Interferenzen in einem Drahtlossystem für andere Menschen Unterhaltung oder wichtige Kommunikation bedeuten können. Alle drahtlosen Mikrofonsysteme arbeiten mit Frequenzbereichen, die auch von Fernsehsendern oder anderen Einrichtungen der drahtlosen Kommunikation genutzt werden. Benutzer von drahtlosen Mikrofonen sollten sich also darüber im Klaren sein, dass sie keine Exklusivrechte auf die von ihnen benutzten Frequenzen beanspruchen können.
Viele drahtloses Mikrofonsysteme operieren auf den Frequenzbändern, die auch von Fernsehsendern genutzt werden. Fernsehsender sind in der Regel sehr leistungsstark und können Funkempfänger noch über große Entfernungen stören. Betreiber von Drahtlossystemen mit Betriebsfrequenzen, die auf oder in der Nähe von TV-Frequenzen liegen, müssen mit mäßigen bis schweren Interferenzen rechnen, und das sogar an Orten, wo kein klarer Fernsehempfang mehr möglich ist.
Eine weitere Ursache von HF-Interferenz können andere Mikrofon-Sendemodule sein. Manchmal besteht ein Drahtlossystem aus einem Body-Pack-Sender und einem Handsendemodul. Es kann leicht passieren, dass beide Sender versehentlich gleichzeitig eingeschaltet sind. Ist dies der Fall, produziert der Empfänger ein extrem lautes Audiosignal und das System ist vollständig unbrauchbar.
Ähnlich kann im Fall von zwei Drahtlossystemen, die dieselbe Frequenz verwenden, nur ein Sender gleichzeitig genutzt werden. Dass zwei Systeme dieselbe Frequenz benutzen, kommt öfter vor als erwartet, besonders dann, wenn Benutzer ihre eigenen Drahtlossysteme mitbringen. Synthesizer-Equipment kann hier auch zu Problemen führen, da für ein bestimmtes Modell nur ein sehr kleiner Frequenzbereich zur Verfügung steht. Wenn die Frequenz eines Senders geändert wird, sind die Chancen ziemlich hoch, dass ein Konflikt mit einem anderen System desselben Typs entsteht.
Das Vorhandensein anderer Drahtlossysteme in der Nähe ist eine Möglichkeit, die bedacht werden muss. Drahtlossysteme können sich noch auf eine Entfernung von 600 m gegenseitig stören. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Interferenzen durch ein Drahtlossystem in einem anderen Gebäudeteil, einer nah gelegenen Kirche oder einem Club um die Ecke entstehen. Drahtlose Mikrofone werden oft von Fernseh- oder Rundfunkteams eingesetzt, so dass in der Nähe ihrer Einsatzorte kurzfristig Interferenzen entstehen können.
Eine andere Interferenzquelle sind die von FM-Rundfunksendern und Fernmeldesendern erzeugten Oberwellen. Leistungsfähige FM-Sender erzeugen ein geringfügiges Restsignal, das bei der doppelten Betriebsfrequenz liegt (Frequenzverdopplung) und Interferenzen bei Drahtlossystemen hervorrufen kann, die im VHF TV-Frequenzbereich operieren. Sofern der FM-Sender nicht sehr leistungsstark ist und sich in der Nähe befindet, sind Interferenzen dieser Art aber eher selten. Es ist jedoch ratsam, Funkfrequenzen zu vermeiden, die in der Nähe der Oberwelle von FM-Rundfunksendern liegen.
Fernmeldesender erzeugen ebenfalls Oberwellen, die potenziell Interferenzen bei Drahtlossystemen hervorrufen können. In den seltenen Fällen, in denen es zu Interferenzen durch Fernmeldesender kommt, sind im Allgemeinen Intermodulation oder defekte Geräte der Grund. Bei falsch justierten oder schlecht gewarteten Fernmeldesendern kann es zu starken Oberwellen oder Nebenemissionen kommen. Interferenzen dieser Art sind nur dann wahrscheinlich, wenn sich die Sendeanlage in unmittelbarer Nähe befindet. Die Antennen von Fernmeldesendern befinden sich in der Regel auf den Dächern von Gebäuden. Bei einem leistungsstarken Sender, dessen Antenne sich in der Nähe befindet, kann es zu Interferenzen mit Drahtlossystemen kommen. Ähnliches gilt für ein Fahrzeug mit einem leistungsfähigen Zwei-Wege-Sender, das am Einsatzort eines Drahtlossystems vorbeifährt. In dieser Situation können die Nebenaussendungen eines schlecht kalibrierten oder defekten Senders Interferenzen hervorrufen. In einigen Fällen kann ein starkes Signal den Empfänger des Drahtlossystems übersteuern und als Folge von Intermodulation Interferenzen hervorrufen.
Die Nebenemissionen unterschiedlicher HF-Geräte können manchmal Interferenzen verursachen. Kabel-TV-Anlagen, Funkempfänger, schnurlose Telefone, Garagentor-Öffner und sogar Fernsehgeräte oder FM-Rundfunkempfänger können gelegentlich der Grund für Interferenzen sein. Wenn die offensichtlichen Quellen von Interferenz eliminiert wurden, empfiehlt es sich immer, auch elektronische Geräte zu überprüfen, die entweder HF-Signale ausstrahlen bzw. empfangen oder während ihres Betriebs mit solchen Signalen arbeiten.
AM-Rundfunkstationen können bisweilen der Grund für Interferenzen sein. In fast allen Fällen entstehen diese Probleme nicht auf Grund direkter Interferenz durch den AM-Sender. Drahtlossysteme werden auf Frequenzen weit oberhalb derer von AM-Sendern betrieben. Aus diesem Grund ist es extrem unwahrscheinlich, dass eine Oberwelle oder eine Nebenemission eines solchen Senders einen Funkempfänger stört. AM-Rundfunksender können manchmal zu Störungen bei unterschiedlichen Audio-Komponenten führen, darunter Mixer, Leistungsverstärker, Prozessoren und andere Nicht-HF-Geräte.
Normalerweise stellen Interferenzen durch AM-Rundfunksender nur ein Problem dar, wenn sich der Sender in unmittelbarer Nähe befindet. Die hohen HF-Energiepegel beeinflussen empfindliche Schaltkreise von Audiokomponenten direkt und übertragen das AM-Programm meist in das Audiosystem. Im Allgemeinen wird die Interferenz durch Audiokabel aufgenommen oder über Netzkabel übertragen und kann sogar noch nach dem Abschalten des Funkempfängers präsent sein. Abhilfe können hier entsprechend abgeschirmte Audio- und Netzkabel schaffen – eine gänzlich andere Lösung als bei direkter HF-Interferenz.
Die Lösung von HFI-Problemen besteht fast immer darin, die Interferenzquelle zu eliminieren oder die Frequenz des Drahtlossystems zu wechseln. Viele Interferenzprobleme dieser Art können von Anfang an vermieden werden, indem Frequenzen gewählt werden, die noch nicht durch lokale Fernsehsender oder andere in der Nähe befindliche Drahtlossysteme belegt sind. Da es selten von Erfolg gekrönt ist, jemanden anderen davon zu überzeugen, die Frequenz zu wechseln oder einen defekten Sender zu reparieren, verbleibt oft als einzig realistische Option nur, die eigene Frequenz zu wechseln.
Elektrische Interferenz
Elektrische Interferenzen nutzen niemand etwas und sind deshalb fast nie beabsichtigt. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Geräte, die die elektrische Interferenz hervorrufen, nicht als HF-Energiequelle konzipiert worden. Oft entsteht die Interferenz durch Defekte, Ausfälle oder Wartungsprobleme, die schnell behoben werden können. Einige elektronische Gerätetypen neigen einfach dazu, während des normalen Betriebs Interferenzen zu verursachen.
Die Hersteller solcher Geräte haben eigentlich die Pflicht, ihre Produkte so zu entwerfen und herzustellen, dass keine schädlichen Interferenzen entstehen. In vielen Fällen existieren hierzu behördliche Vorschriften, die das unbeabsichtigte Hervorrufen von HF-Interferenzen strikt reglementieren. Die Hersteller sind bemüht, diesen Vorschriften zu entsprechen, da es empfindliche Strafen für den Verkauf von Geräten gibt, die den Standards nicht genügen.
Einige Geräte, z. B. Lichtanlagen und elektrische Industrieanlagen, sind jedoch von diesen Vorschriften ausgenommen. Hinzu kommt, dass elektronische Geräte, auch wenn sie den behördlichen Normen entsprechen, Interferenzen in Drahtlossystemen hervorrufen können, wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen unterlassen werden. Alter, Verschleiß und unsachgemäße Wartung können mit der Zeit dazu führen, dass Geräte zu Interferenzquellen werden. Manche Geräte wurden vielleicht vor der Einführung der Vorschriften produziert, ohne dass auf eine Reduzierung der Interferenz geachtet worden wäre.
Es gibt drei grundlegende Arten von elektrischer Interferenz: Rauschen durch elektrische Geräte, Rauschen durch elektronische Geräte wie Computer und Interferenz durch natürliche Quellen wie Blitzschlag. Es mag überraschen, dass die elektrische Interferenz insgesamt relativ selten auftritt und nur einen sehr kleinen Anteil der Interferenzprobleme in Drahtlossystemen ausmacht. Dies liegt zu einem großen Teil an den gemeinsamen Bemühungen von Politik und Industrie in den letzten Jahren, schädliche Interferenzen zu reduzieren. Verbesserungen bei der Konstruktion von Drahtlos-Komponenten haben ebenfalls dazu beigetragen.
Wenn elektrische Interferenz zum Problem wird, dann überwiegend durch HF-Rauschen, das von Computern und digitalen Geräten verursacht wird. Digitale Interferenz erkennt man normalerweise durch ihr charakteristisches heiseres Jaulen oder Summen. Geräusch und Lautstärke ändern sich je nach dem, welche Operationen der Computer gerade ausführt, oder wenn die Einstellungen an einem Digitalgerät verändert werden. Manchmal erzeugt ein Gerät Interferenzen nur bei einem aktiven Verarbeitungsvorgang, nicht im Leerlauf.
Digitale Delay-Geräte und Effektprozessoren sowie andere Geräte mit DSPs (digitale Signalprozessoren) neigen stärker dazu, Interferenzen zu produzieren als Computer. Dies liegt daran, dass diese Geräte meist in demselben Schrank oder Rack montiert sind wie die Funkempfänger. Im Allgemeinen tritt diese Art von Interferenz nur dann auf, wenn der Empfänger sich in der Nähe eines digitalen Geräts befindet. Ein Funkempfänger, bei dem schwere Interferenzen auftreten, weil er sich in dem Einschub direkt über einem digitalen Gerät befindet, muss zum Beispiel unter Umständen nur ca. 30 cm von diesem Gerät entfernt werden, um störungsfrei zu arbeiten.
Interferenzen von digitalen Geräten können von AC-Netzkabel oder Audiokabel aufgenommen und letztendlich an den Funkempfänger übertragen werden. Bei höheren Frequenzen kann die Interferenz auch an der Außenseite des Kabels an den Empfänger übertragen werden. Durch räumliche Trennung der Geräte und ihrer Netz- und Audiokabeln kann dieses Problem normalerweise minimiert werden. In einigen wenigen Fällen ist es erforderlich, eine separate Stromversorgung für das digitale Gerät zu verwenden oder einen Netzfilter zu installieren.
Hersteller von Computern und digitalen Geräten unterliegen Vorschriften zur Reduzierung von Interferenzen und benötigen für jedes neue Modell und jeden neuen Typ, die von ihnen vertrieben werden, eine behördliche Genehmigung. Digitale Geräte dürfen jedoch auch nach den gesetzlichen Bestimmungen geringe Interferenzmengen abstrahlen, die manchmal ausreichen, einen empfindlichen Funkempfänger in der Nähe zu stören. Lockere oder fehlende Gehäuseschrauben können die Menge der abgestrahlten Interferenz bei einem behördlich abgenommenen Gerät wesentlich erhöhen. Hinzu kommt, dass ältere Geräte möglicherweise nicht für die Minimierung von Interferenz ausgelegt sind, da früher die bestehenden Vorschriften nicht so streng beachtet wurden.
Natürliche Quellen, überwiegend Blitzschlag, machen nur einen sehr geringen Anteil an der elektrischen Interferenz aus. Verbesserte Konstruktionsprinzipien haben dazu geführt, dass Empfänger weniger anfällig für HF-Rauschspitzen durch Blitzschlag sind. Rauschspitzen, die über die AC-Netzleitung übertragen werden, stellen jedoch weiterhin ein Problem für Funkempfänger und andere empfindliche Audiokomponenten dar, besonders wenn ein Blitz direkt in ein Stromkabel einschlägt. In Gebieten, in den es oft zu Blitzschlägen kommt, kann sich die Anschaffung eines Überspannungsschutzes mit Hochleistungs-AC-Netzfiltern lohnen.
Elektrische Maschinen und Beleuchtungssysteme sind Quellen elektrischer Interferenz. Die Interferenz entsteht hier meistens durch elektrische Entladungen wie Funken und Lichtbogen etc. Manchmal können auch elektrische Steuergeräte, z. B. Drehzahl- und Temperaturregler oder Licht-Dimmer Interferenzen hervorrufen. Neonreklamen und anderes Starkstrom-Equipment gelten auch als Interferenzquelle.
Funkenschlag ist verbreitet bei Elektromotoren mit Bürsten, insbesondere bei älteren Motoren, bestimmten Arten von großen Industriemotoren und drehzahlgesteuerten Motoren. In vielen Haushaltsgeräten und Werkzeugen, z. B. Staubsaugern, Mixern und Handbohrmaschinen, werden ebenfalls Motoren mit Bürsten eingesetzt. Die Interferenz durch Funkenbildung kann bei diesen Motoren durch Einbau von Filtern erheblich reduziert werden. Dies war jedoch in der Vergangenheit keine gängige Praxis, und Filter werden auch heute noch aus Kostengründen möglicherweise nicht eingebaut. Alte, abgenutzte, verschmutzte oder schlecht gewartete Motoren tendieren eher dazu, Interferenzen zu erzeugen als neue.
Lichtbogen können nicht nur Interferenzen verursachen, sie stellen auch ein ernsthaftes Feuer- und Sicherheitsrisiko dar. Abgesehen vom Lichtbogenschweißen kommen Lichtbogen oft durch defekte Verdrahtungen und Geräte, lockere Verbindungen und fehlerhafte Isolatoren zustande. Obwohl in Hochspannungskreisen Lichtbogen eher vorkommen, können Sie auch in Schaltkreisen mit geringeren Voltzahlen auftreten, wenn lockere Drähte gegenseitig oder mit der Masse in Kontakt kommen. Elektrische Wackelkontakte können bei Vibrationen oder Erschütterungen ebenfalls Lichtbogen erzeugen. Lichtbogen treffen oft mit Unterbrechungen auf, da ein kontinuierlicher Lichtbogen relativ schnell die Stromleiter wegbrennt oder zu einem Abschalten oder Totalausfall führt. Das sporadische Auftreten erschwert das Auffinden der genauen Problemursache.
Auf Grund der hohen anliegenden Spannungen sind Neonreklamen besonders anfällig für Lichtbogen. Sie treten meistens an der Röhrenfassung oder an Anschlussstellen auf. Oft sind die Drähte in Neonreklamen nur zusammengedreht und nicht gelötet. Dies hat normalerweise keinen großen Einfluss auf den Betrieb der Röhre, kann jedoch zu schweren Interferenzen bei Drahtlossystemen führen. Röhren können Hochspannung in Metallgegenstände in ihrer Nähe induzieren und so Sekundärbogen in Montagerahmen und Stützen hervorrufen.
Die Hochspannung in Neonsystemen kann außerdem zu elektrischen Entladungen, so genannten Koronaentladungen, führen, die elektrisches Rauschen hervorrufen. Andere Geräte, die mit hohen Spannungen operieren, z. B. Fernsehgeräte und Röntgenapparate, neigen auch zu Koronaentladungen und sind damit potenzielle Quellen von Interferenz. Die Entladungen in den Neonröhren selbst erzeugen unter normalen Umständen erstaunlich wenig Interferenzen. Wenn die Röhren durch Reduzierung der Spannung jedoch gedimmt werden, entsteht ein Punkt mit hoher Funkinterferenz. Das Dämpfen von Neonlichtern sollte während des Einsatz von drahtlosen Mikrofonen vermieden werden.
Elektrische Steuergeräte, besonders Dimmer und Drehzahlregler von Motoren, können starke Interferenzquellen darstellen. Veraltete Theater-Lichtmischer, speziell diejenigen, die mit Neon-Systemen arbeiten, neigen besonders dazu, Interferenzen zu erzeugen. Wenn gedimmte Leuchtstoffröhren eingesetzt werden, sind sowohl die Dimmer als auch die Beleuchtungseinheiten selbst potenzielle Interferenzquellen. Bei modernen Dimmern und Steuereinheiten ist die Tendenz zu Interferenzen viel geringer, es empfiehlt sich jedoch trotzdem, die Antennen von Funkempfängern nicht in der Nähe solcher Geräte zu platzieren.
Durch Kfz-Zündsysteme hervorgerufene Interferenzen stellten früher ein ernsthaftes Problem dar. Verbesserungen bei der Konstruktion von Funkempfängern sowie der Einsatz von Zündkabeln und Zündspulen mit Wirkwiderständen in den Fahrzeugen haben dieses Problem weitgehend eliminiert. Es kommt nur noch äußerst selten vor, dass ein Fahrzeug mit einem defekten Zündsystem nennenswerte Interferenzen hervorruft. Bei Oldtimern, Schiffsmotoren, industriellen Gasturbinen, Rasenmähern und anderen Motoren ohne entsprechende Funkentstörung kann das Problem jedoch weiterhin auftreten.
Intermodulation
Intermodulation, oder Intermod, ist eine Interferenzart, die manchmal in drahtlosen Mikrofonsystemen auftritt. Intermodulation unterscheidet sich von anderen Interfernzarten dadurch, dass sie nicht durch eine externe Quelle, sondern im Drahtlossystem selbst erzeugt wird. Interferenzen werden ebenfalls von anderen Sendern auf derselben Funkfrequenz, TV-Sendern, den Oberwellen von Sendern mit niedrigeren Frequenzbändern, Nebenemissionen einer Vielzahl elektronischer Geräte und vergleichbare externe Quellen hervorgerufen. In jedem dieser Fälle liegt das Interferenzsignal entweder auf derselben oder einer benachbarten Frequenz des Drahtlossystems.
Interferenz auf Grund von Intermodulation wird von starken Signalen hervorgerufen, die normalerweise nicht in der Nähe der Frequenz des Drahtlossystems liegen. Die Stärke der Signale übersteuert vielmehr einen Schaltkreis im Funkempfänger so, dass dieser intern Oberwellen dieser Signale erzeugt. Diese Oberwellen verbinden sich im Empfänger dann zu einer neuen Frequenz, die ursprünglich am Empfängereingang nicht vorhanden war. Die erzeugte Frequenz, das so genannte Intermodulationsprodukt, stört das Drahtlossystem dann ähnlich wie eine externe Interferenzquelle.
Nehmen wir beispielsweise an, ein Drahtlossystem operiert an einem bestimmten Ort mit einer Betriebsfrequenz von 200,050 und 210,450 MHz. Nehmen wir weiter an, dass ein lokaler Fernsehsender vorhanden ist, dessen Bildträger auf 205,250 MHz operiert. Da Fernsehsender sehr leistungsstark sind, wird der Funkempfänger auf 200,050 MHz leicht von dem Bildträger des Fernsehsenders übersteuert. Hierdurch entsteht eine Oberwelle bei 410,500 MHz im HF-Verstärker des Empfängers. Diese Oberwelle wird dann folgendermaßen mit dem Signal des Sendemoduls auf 210,450 MHz gemischt:
| 410,500 MHz | Die Frequenzverdopplung des TV-Bildträgerkanals |
-210,450 MHz
| Ein weiteres Sendemodul |
| 200,050 MHz | Die Frequenz des ersten Sendemoduls |
In diesem Fall muss davon ausgegangen werden, dass das Drahtlossystem auf Frequenz 200,050 MHz mehr oder weniger unbrauchbar wird, sobald das andere Drahtlossystem in Betrieb genommen wird. Der umgekehrte Fall gilt genauso, da 410,500 - 200,050 = 210,450 MHz ergibt. An diesem Ort kann also eines der beiden Systeme, jedoch nicht beide gleichzeitig betrieben werden. Ohne den lokalen TV-Sender in diesem Gebiet sollten beide Drahtlossysteme ohne Probleme gleichzeitig betrieben werden können.
Die Signale von nah gelegenen Sendemodulen sind oft stärker als die von lokalen Fernsehsender und führen häufig ebenfalls zu Intermodulationsproblemen. Die Frequenzverdreifachung bzw. -vervierfachung starker Eingangssignale kann sich ebenfalls in verschiedenen Kombinationen mischen und zusätzliche Intermodulationsprodukte erzeugen. Ähnliches gilt bei drei Eingangssignalen. Zusammen genommen werden diese Kombinationen aus Intermodulationsprodukten als "Intermod" bezeichnet. Ein verlässlicher, problemfreier drahtloser Betrieb hängt davon ab, Frequenzen zu wählen, die nicht für Intermod anfällig sind.
Es gilt zu beachten, dass die Frequenzverdopplung des TV-Bildträgerkanals bei 410,500 MHz nicht am Empfängereingang vorgelegen hat, sondern im Empfänger selbst erzeugt wurde. Dessen ungeachtet ist für den Punkt, an dem der Empfänger übersteuert und Intermodulationen erzeugt, fast ausschließlich der Schaltungsentwurf ausschlaggebend. In Empfängern mit übersteuerungsresistenten Schaltungen werden weniger Intermodulationsprodukte erzeugt, die zudem weniger stark und weniger schädlich sind.
Die Qualität der HF-Filterung im Empfänger ist ebenfalls ausschlaggebend, da eine geringfügige Reduzierung von Interferenzpegeln zu einer weitaus höheren Reduzierung der Intermodulationsprodukte führt. Auf diese Weise können vergleichsweise geringfügige Fortschritte bei Übersteuerungsfestigkeit und Filtereigenschaften eines Empfängers dessen Intermodulationsverhalten erheblich verbessern. Dies ist einer der Gründe, warum bei hochwertigem Equipment Interferenzprobleme im Vergleich zu Billig-Komponenten nur sehr selten auftreten.
HF-Vorverstärker oder aktive Splitter können ebenfalls Intermodulationsprobleme verursachen. Wenn einmal ein Intermodulationsprodukt in einem dieser Geräte entstanden ist, kann der Empfänger nicht mehr vor Interferenzen abgeschirmt werden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, einen Mindestabstand zwischen Sendemodulen und Empfangsantennen einzuhalten, um das Übersteuern der HF-Vorverstärker zu vermeiden. Nach Möglichkeit sollte der Einsatz von HF-Vorverstärker und aktiven Splittern vermieden werden. Verwenden Sie stattdessen Hochleistungsantennen und verlustarme Koaxialkabel.