Frequenzkonflikte

Es gibt drei grundlegende Arten von Interferenz durch andere Drahtlossysteme oder Fernsehsender. Die erste besteht in einem direkten Frequenzkonflikt. Wenn sich zwei Drahtlossysteme auf derselben Frequenz befinden, kann in der Regel keines von beiden benutzt werden, solange das andere eingeschaltet ist. Dieses Problem tritt häufiger auf als erwartet, besonders wenn es sich um Geräte desselben Typs handelt. Dies ist so, weil die meisten Systeme nur über eine begrenzte Anzahl von Standardfrequenzen oder, bei Multikanalsystemen, eine Gruppe von Standardfrequenzen verfügen. Dabei sollte bedacht werden, dass sich das andere System in einiger Entfernung befinden kann – in einer nah gelegenen Kirche, in einem Studio oder einem Club in der Nachbarschaft.

Fernsehsender sind ebenfalls starke direkte Interferenzquellen, vorausgesetzt dass die Frequenz des Drahtlossystems innerhalb des zugewiesenen Kanals eines lokalen TV-Senders liegt. Dieses Problem tritt manchmal auf, weil Funkfrequenzen in MHz angegeben werden und es nicht immer sofort ersichtlich ist, auf welchem TV-Kanal eine bestimmte Frequenz liegt.

Eine weitere Art der Interferenz durch andere Drahtlossysteme entsteht, wenn deren Betriebsfrequenzen zu dicht bei dem gewünschten Signal liegen. Der Funkempfänger ist in einem solchen Fall eventuell nicht in der Lage, das Signal des anderen Senders abzuweisen. Dies kann leichte bis sehr schwere Interferenzen zur Folge haben. Wenn der Frequenzabstand immer weiter erhöht wird, verschwindet die Interferenz schließlich. Der erforderliche Frequenzabstand hängt jedoch stark von der Charakteristik des Funkempfängers und einer Reihe anderer Faktoren ab.

Die dritte Art der Interferenz durch andere Drahtlossysteme oder Fernsehsender ist die so genannte Intermodulation oder "Intermod". Obwohl dieses Phänomen eine der häufigsten Interferenzprobleme mit Drahtlossystemen darstellt, ist oft nicht bekannt, worum es sich wirklich handelt. Intermodulation tritt auf, wenn sich starke Signale am Empfängereingang in verschiedenen Kombinationen mischen und dabei manchmal ein unerwünschtes Ausgangssignal erzeugen, dass auf oder in der Nähe der Betriebsfrequenz des Empfängers liegt. Die Auswirkungen auf das System ähneln dann denen von direkter Interferenz.

Eine Schwierigkeit bei der Intermodulation besteht darin, dass die problematischen Frequenzkombinationen nicht sofort offensichtlich sind. Eine sorgfältige Überprüfung der aktiven Fernsehsender und beteiligten Drahtlossysteme gibt normalerweise über potenzielle direkte Interferenzen und über Frequenzen Auskunft, die zu dicht beieinander liegen. Welche Frequenzkombinationen Intermodulationsprobleme hervorrufen, ist jedoch keineswegs offensichtlich oder durch Intuition zu erschließen. Dies kann dazu führen, dass selbst erfahrene Benutzer von Drahtlossystemen ein potenzielles Problem ignorieren und das später bedauern.

Obwohl sie nicht so weit verbreitet sind wie die oben erwähnten Interferenzarten, sollten hier auch noch einige andere Interferenzquellen erwähnt werden. Eine davon ist die direkte Interferenz auf der Spiegelfrequenz eines Empfängers. Obwohl die Charakteristik des Empfängers in diesem Zusammenhang eine große Rolle spielt, zeigen alle Funkempfänger ein zumindest geringfügiges, unerwünschtes Ansprechverhalten auf der Spiegelfrequenz. Aus diesem Grund sollte sorgfältig geprüft werden, ob sich ein anderes Drahtlossystem oder ein Fernsehsender auf der Spiegelfrequenz des betroffenen Funkempfängers befindet.

Es gibt noch einige weitere Interferenzquellen von untergeordneter Bedeutung, die den Funkempfang von Drahtlossystemen unter bestimmten, relativ seltenen Umständen beeinflussen können. Da durch sie nur sehr selten tatsächlich Probleme entstehen, müssen sie auch bei der Auswahl der Funkfrequenzen nicht unbedingt in Betracht gezogen werden, es sei denn, das Auftreten eines bestimmten Problems kann als wahrscheinlich angesehen werden. Ein Beispiel hierfür wäre ein Drahtlossystem, dass in einer Entfernung von ca. 8 km zu einem leistungsstarken Fernseh- oder FM-Radiosender eingesetzt werden soll.

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